Grünlandnachsaat im Frühjahr - Ertrag sichern, Bestände stabilisieren
Warum Nachsaat im Frühjahr?
- Lückige Bestände begünstigen Unkraut und minderwertige Gräser
- Ertrags- und Qualitätsverluste ohne rechtzeitige Bestandskorrektur
- Frühjahr bietet zumeist ausreichend Bodenfeuchte
Der richtige Zeitpunkt
Stellt man aufgrund der oben angesprochenen Punkte einen Nachsaatbedarf fest, soll nicht zu lange zugewartet werden. Zielführend ist die Nachsaat im Frühjahr, sobald der Boden befahrbar ist und die Vegetation einsetzt. Bodentemperaturen ab 10 °C fördern eine zügige Keimung. Ist man zu spät dran und geht der Aufwuchs bereits Richtung 10 cm macht eine Nachsaat keinen Sinn mehr. Zu gering ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Saatgut auf den Boden gelangt – zu hoch die Konkurrenz durch den ersten Aufwuchs.
Vorbereitung der Fläche
- bei Schneeschimmel bzw. viel Erdmaterial sorgsam striegeln
- Ziel: abgestorbenes Material zerreiben & Erde verteilen für guten Samen-Boden-Kontakt
Saatgut und Technik
- Verwendung von standort- & nutzungsangepasstem Qualitätssaatgut
bis zu drei Nutzungen z.B.: ÖAG NA mit oder ohne Klee
ab vier Nutzungen z.B.: ÖAG NI mit oder ohne Klee - Saatmenge: 10–15 kg/ha, je nach Lückenanteil
- Technik: Nachsaatstriegel, Wiesenschleppe mit Feinsamenstreuer, Durchsämaschine
- anschließendes Anwalzen verbessert den Auflauf deutlich
Nutzung und Pflege
Um ausreichend Licht für die Jungpflanzen sicherzustellen, sollte die erste Nutzung früh erfolgen – darin liegt oftmals auch der Pferdefuß der Frühjahrsnachsaat vor dem ersten Schnitt. Entscheidet man sich aufgrund der Notwendigkeit dennoch dafür, soll die erste Nutzung im Hinblick auf die aufgelaufenen Jungpflanzen schonend erfolgen.